Baustelle am Pauritzer Platz - Stadtverwaltung darf Gewerbetreibende nicht alleinlassen

Andreas Huhn • 15. September 2026

Wir, als Fraktion Die Linke im Stadtrat Altenburg fordern von der Stadt konkrete Unterstützung statt Verweise auf komplizierte Verfahren

Die erneute langfristige Baustelle am Pauritzer Platz wird für die ansässigen Gewerbetreibenden zur Belastungsprobe. Nach den zahlreichen Baustellen und Sperrungen der vergangenen Jahre drohen erneut erhebliche Umsatzeinbußen. Für einzelne Unternehmen kann das im schlimmsten Fall existenzbedrohend werden.


Doch statt konkrete Unterstützung anzubieten, verweist die Stadtverwaltung auf die Eigeninitiative der Betroffenen und hohe rechtliche Hürden. Das reicht uns nicht.


Wir als Stadtratsfraktion Die Linke haben deshalb bei der Stadtverwaltung Altenburg nachgefragt, ob Entschädigungen oder Billigkeitsleistungen nach § 22 Abs. 5 Thüringer Straßengesetz geprüft werden. Die Antwort ist ernüchternd: Die betroffenen Unternehmen sollen selbst Anträge stellen, ihre Nachteile begründen und entsprechende Einbußen nachweisen. Gleichzeitig verweist die Verwaltung auf die schwierigen rechtlichen Voraussetzungen. Natürlich müssen rechtliche Vorgaben eingehalten werden. Aber politische Verantwortung endet nicht dort, wo ein Formular beginnt. Wer über einen langen Zeitraum mit erheblichen Einschränkungen durch eine öffentliche Baumaßnahme leben muss, darf von der Stadt nicht einfach auf ein kompliziertes Antragsverfahren verwiesen werden.


Stadt muss handeln – nicht nur verwalten


Aus unserer Sicht muss die Stadtverwaltung deshalb deutlich aktiver werden. Betroffene Gewerbetreibende müssen frühzeitig, verständlich und persönlich darüber informiert werden, welche Möglichkeiten für Entschädigungen oder Billigkeitsleistungen bestehen. Die Stadt sollte sie bei der Antragstellung unterstützen und prüfen, welche unbürokratischen Hilfen darüber hinaus möglich sind. Auch bei der Erreichbarkeit der Geschäfte darf sich die Stadt nicht mit allgemeinen Hinweisen zufriedengeben. Die Aussage, dass Geschäfte fußläufig und teilweise mit dem Fahrzeug erreichbar seien, löst die Probleme der Gewerbetreibenden nicht.


Wer möchte, dass die Unternehmen am Pauritzer Platz die Bauzeit wirtschaftlich überstehen, muss dafür sorgen, dass Kundinnen und Kunden überhaupt wissen, dass die Geschäfte weiterhin geöffnet und erreichbar sind. Deshalb fordern wir ein einheitliches, gut sichtbares und durchgängiges Beschilderungskonzept, beispielsweise mit dem klaren Hinweis:

„Geschäfte und Gastronomie geöffnet – wir sind erreichbar!“

Darüber hinaus müssen funktionierende Zufahrts- und Liefermöglichkeiten gewährleistet werden. Gerade für Gastronomie und andere Betriebe sind verlässliche Lieferungen und eine erkennbare Erreichbarkeit keine Nebensache, sondern Grundlage ihrer wirtschaftlichen Existenz.


Öffentliche Baustellen dürfen nicht zu privaten Existenzrisiken werden


Uns ist klar: Baumaßnahmen sind notwendig und lassen sich nicht immer vermeiden. Aber die wirtschaftlichen Folgen dürfen nicht einfach bei denjenigen abgeladen werden, die am Ende der Baustelle sitzen. Die Unternehmen am Pauritzer Platz haben in den vergangenen Jahren bereits wiederholt Einschränkungen hinnehmen müssen. Jetzt braucht es von der Stadt mehr als den Hinweis auf Zuständigkeiten und rechtliche Hürden.

Die Stadt muss Verantwortung übernehmen. Sie muss informieren, unterstützen und Lösungen ermöglichen.


Wir erwarten deshalb von der Stadtverwaltung, dass sie gemeinsam mit den betroffenen Gewerbetreibenden konkrete Maßnahmen entwickelt und nicht darauf wartet, bis einzelne Unternehmen um ihre wirtschaftliche Existenz kämpfen müssen.

Für uns als Die Linke ist klar: Wer die Stadt stärken will, darf die Gewerbetreibenden am Pauritzer Platz nicht alleinlassen. Eine lebendige Stadt gibt es nicht zum Nulltarif – sie braucht politische Unterstützung und konkrete Verantwortung.

von Andreas Huhn 2. September 2026
Die Verkehrssituation am Herzog-Ernst-Platz ist für Fußgängerinnen und Fußgänger bereits seit Längerem schwierig. Unsere Fraktion, DIE LINKE im Stadtrat Altenburg, hat deshalb schon vor der aktuellen Umleitungssituation wiederholt eine sichere Querungsmöglichkeit, unter anderem in Form eines Zebrastreifens, gefordert. Durch die derzeitige Umleitung über Parkstraße, Hausweg und Herzog-Ernst-Platz hat sich die Situation weiter verschärft. Mehrere Verkehrsströme werden gebündelt, die Stadtverwaltung bestätigt in einer aktuellen Anfrage ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Konkrete Messdaten liegen laut Antwort allerdings nicht vor. Zudem kam es im Bereich bereits zu Auffahrunfällen. Die Stadt will nun drei Dialogdisplays an den Zufahrten zum Kreisverkehr aufstellen. „Dialogtafeln können sensibilisieren, sie lösen aber das eigentliche Problem nicht: die sichere Querung der Fahrbahn an den Ausfahrten aus dem Kreisverkehr“, erklärt die Fraktion. Unsere Fraktion DIE LINKE fordert deshalb für die Dauer der Umleitung eine Prüfung von Tempo 30 . „Es geht um eine zeitlich begrenzte Maßnahme für eine besondere Verkehrssituation. Gerade jetzt sollte geprüft werden, ob 30 km/h die Situation für alle Verkehrsteilnehmer und insbesondere für Kinder sicherer machen kann.“ Dass die Verwaltung diese Frage lediglich mit dem Verweis auf die Zuständigkeit der unteren Straßenverkehrsbehörde beantwortet, reicht unserer Fraktion nicht aus. Zuständigkeiten dürfen nicht zum Stillstand führen. Stadt und zuständige Behörde müssen gemeinsam nach einer Lösung suchen. Gleichzeitig müsse die bereits vor der Umleitung schwierige Querungssituation fachlich und ergebnisoffen geprüft werden. Unsere Fraktion hält deshalb an ihrer Forderung fest, auch einen Zebrastreifen am Herzog-Ernst-Platz erneut zu prüfen. Dabei gehe es nicht darum, eine bestimmte Lösung vorab festzuschreiben. Vielmehr müssten verschiedene Möglichkeiten hinsichtlich Sicherheit, Wirksamkeit, Umsetzbarkeit und Kosten miteinander verglichen werden. Dabei sollte auch der Nahbereich des Kreisverkehrs betrachtet werden. Eine geringfügig veränderte Lage der Querungsstelle könnte möglicherweise eine einfachere und kostengünstigere Lösung ermöglichen. „Wenn ein Zebrastreifen mit überschaubarem Aufwand zu einer deutlich sichereren Querung beitragen kann, sollte diese Möglichkeit nicht vorschnell verworfen werden. Wir wollen eine sachliche Prüfung: Was funktioniert für die Fußgänger in unserer Stadt tatsächlich, was ist rechtlich und verkehrlich möglich und welche Lösung ist wirtschaftlich vertretbar?” Die Dialogtafeln können ein erster Schritt sein. Sie dürfen aber nicht zum Schlussstrich werden. Die schwierige Querungssituation auf dem Schulweg bestand bereits lange vor der Umleitung – jetzt ist sie noch dringlicher. Wir brauchen deshalb eine echte Lösung für die Querung und für die Dauer der Umleitung eine ernsthafte Prüfung von einer Begrenzung auf 30 km/h.
von Andreas Huhn 28. August 2026
In der Sitzung des Altenburger Stadtrates am 27. August standen erneut verschiedene Themen im Mittelpunkt, die für die Entwicklung unserer Stadt und der Region von Bedeutung sind. Für uns als LINKE im Stadtrat ist dabei klar: Altenburg lebt von engagierten Menschen und einer vielfältigen Kulturlandschaft. Gleichzeitig ist uns klar, dass bestehende Probleme konsequent angegangen werden müssen. Das Jubiläumsjahr „1050 Jahre Altenburg“ hat einmal mehr gezeigt, was unsere Stadt leisten kann, wenn viele Menschen gemeinsam anpacken. Das Spielefestival und der Festumzug waren gelungene Höhepunkte. Unser Dank gilt insbesondere der Ordnungsbehörde, den Schulen, der Feuerwehr, Vereinen sowie den zahlreichen Ehrenamtlichen, die mit ihrem Einsatz zum Gelingen beigetragen haben. Sie haben gezeigt, wie bunt, vielfältig und engagiert Altenburg ist. Für uns ist deshalb klar: Solche Veranstaltungen sollten nicht die Ausnahme bleiben. Der Erfolg macht Mut, auch in den kommenden Jahren wieder Formate auf die Beine zu stellen, die Menschen zusammenbringen und Altenburg sowie seine Vereine über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und sichtbar machen. Auch beim Tourismus gibt es positive Nachrichten. Das Altenburger Land konnte 5,6 Prozent mehr Gäste als im Vorjahr begrüßen. Diese Entwicklung sollten wir weiter unterstützen, denn Tourismus bietet Chancen für unsere örtliche Gastronomie, Einzelhandel, Kultur und zahlreiche weitere Bereiche unserer Stadt und Region. Gerade deshalb muss die touristische Entwicklung langfristig gedacht und mit einer attraktiven Innenstadt, einer lebendigen Kulturlandschaft und einer guten öffentlichen Infrastruktur verbunden werden. Für uns gehört der Tourismus zur Zukunft Altenburgs und des Altenburger Landes, ohne dabei die Einheimischen Bürgerinnen und Bürger zu vergessen. Erfreulich ist auch die Entwicklung bei den Zuschauerzahlen des Theaters . Offenbar gelingt es, Menschen für das kulturelle Angebot zu begeistern trotz der jahrelangen Einschränkungen auf Grund der Baustellen. Nun kommt es darauf an, dass die dringend notwendige Sanierung des Altenburger Theatergebäudes ohne weitere Verzögerungen vorankommt. Nach dem Abbau des Festzeltes soll es als Übergangslösung Aufführungen im Theatergebäude hinter dem eisernen Vorhang geben. Kultur braucht verlässliche Rahmenbedingungen. Deshalb muss die Sanierung zügig und planbar umgesetzt werden, damit das Theater auch langfristig ein zentraler Bestandteil des kulturellen Lebens unserer Stadt bleiben kann. Bei der WABA zeichnet sich eine gewisse Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation ab. Der positive Jahresabschluss 2025 soll genutzt werden, um die Verluste aus den Vorjahren abzubauen. Das ist zunächst eine gute Nachricht. Gleichzeitig dürfen die weiterhin mögliche Risiken wie die hohen Verbindlichkeiten und die geringe Auslastung der ZKA nicht aus dem Blick geraten. Eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung bleibt deshalb eine wichtige Aufgabe, um die Preise zukünftig stabil zu halten. Neben den größeren Themen haben wir im Vorfeld der Sitzung auch konkrete Anliegen aus dem Alltag der Altenburgerinnen und Altenburger angesprochen. Dazu gehören insbesondere die Fußgängersicherheit auf der Umleitungsstrecke Hausweg–Herzog-Ernst-Platz, die Unterstützung von Gewerbetreibenden im Bereich des Pauritzer Platzes sowie Fragen rund um den Altenburger Mängelmelder . Gerade solche Themen zeigen, dass Kommunalpolitik nicht nur aus großen Projekten besteht. Es geht auch darum, Probleme im direkten Lebensumfeld der Menschen wahrzunehmen, anzusprechen und Lösungen einzufordern. Die Antworten auf unsere Anfragen haben wir erhalten. In Kürze werden wir hier darüber informieren. Unser Fazit Altenburg hat viel Potenzial – und das Jubiläumsjahr hat eindrucksvoll gezeigt, wie viel erreicht werden kann, wenn Stadtgesellschaft, Vereine, Institutionen und Ehrenamtliche gemeinsam anpacken.
von Fraktion DIE LINKE im Stadtrat Altenburg 29. Juni 2026
Stadtratssitzung Altenburg: Verkehrssicherheit und Haushaltsbelastung In der jüngsten Stadtratssitzung standen erneut wichtige Themen für unsere Stadt auf der Tagesordnung. Besonders im Anfragenteil ging es um ein Anliegen, das unsere Fraktion Die Linke seit mittlerweile fast zwei Jahren konsequent verfolgt: die Verbesserung der Verkehrssicherheit für Fußgänger am Herzog-Ernst-Platz. Unser Fraktionsmitglied Andreas Huhn stellte erneut eine Anfrage zur Errichtung von Zebrastreifen bzw. zur Verbesserung der Querungsmöglichkeiten für Fußgänger. Leider zeichnet sich derzeit keine kostengünstige und für alle zufriedenstellende sinnvolle Lösung ab. Wie unser Fraktionsvorsitzender Jörg Jablonowski während der Sitzung feststellte, kann es auch nicht im Interesse der Anwohner sein dort einen "Lampenladen" zu errichten. Die DIN Norm steht hier einer vernünftigen Lösung im Weg. Dabei ist der Handlungsbedarf offensichtlich: Insbesondere Kinder und Familien sind täglich auf sichere Wege angewiesen. Erfreulich ist, dass sich auch die Elternvertretungen des Magdalenenstift-Kindergartens , der Erich-Mäder-Schule sowie der Lutherschule mit Nachdruck für mehr Verkehrssicherheit einsetzen. Nun soll ein gemeinsames Gespräch mit den Elternvertretungen und der Verwaltung stattfinden. Wir begrüßen diesen Austausch ausdrücklich und werden uns auch weiterhin mit Nachdruck für eine Verbesserung der Situation einsetzen. Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt war die überplanmäßige Ausgabe für das Bauvorhaben „Grundhafter Ausbau des Pauritzer Platzes“ . Aufgrund geänderter Anwendungsregelungen der Förderrichtlinien entfällt die ursprünglich vorgesehene Förderung durch den Freistaat Thüringen. Dadurch muss die Stadt Altenburg zusätzliche Eigenmittel in Höhe von 503.000 Euro aufbringen. Diese unerwartete Mehrbelastung wirkt sich unmittelbar auf den städtischen Haushalt aus und zeigt einmal mehr, wie stark kommunale Investitionen von verlässlichen Förderbedingungen abhängig sind. Außerdem beschloss der Stadtrat die Jahresabschlüsse der EWA , der Kommuna GmbH sowie der Stadtwerke Altenburg für das Geschäftsjahr 2025. Mit diesen Beschlüssen wurden die wirtschaftlichen Ergebnisse der städtischen Unternehmen für das vergangene Jahr festgestellt. Von der Tagesordnung genommen wurde die geplante Änderung der Ehrenordnung der Stadt auf Grund eines kurzfristig zur Sitzung eingebrachten Antrags der Fraktion Pro Altenburg. Aus unserer Sicht enthält der Antrag zur "Wahl des Altenburgers des Jahres" Einschränkungen, die sich auch auf die Beteiligungsmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger auswirken würden. Als Fraktion Die Linke stehen wir für eine offene, transparente und starke Einbindung der Menschen in die Entscheidungsprozesse unserer Stadt. Deshalb betrachten wir den vorliegenden Antrag kritisch und setzen uns weiterhin für eine breite Bürgerbeteiligung ein. Zuletzt gaben wir noch den Anstoß zumindest auf den entsprechenden Urkunden auch den angepassten Titel "Altenburgerin des Jahres" zu berücksichtigen.